Raghunatha Stocker - Gurukula-Schüler
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Man kann mich grundsätzlich für einen Modellfall
für den ganzen Mißbrauch halten, der dort stattfand. Und ich
kann euch versichern, daß alles, was ihr auf der VOICE website gehört
oder gelesen habt, definitiv keine Übertreibung ist. Nachdem ich ein Jahr
lang nicht ein Wort gesprochen hatte, schickte mich die Gurukula endlich nach
Hause.
Ich kann nicht mit der Erklärung des psychologischen Schadens beginnen, den
diese Erfahrung verursachte, aber ich kann sagen, wo es mich erfaßte.
Nach dieser Erfahrung hatte ich starke Zweifel bei autoritären Personen,
besonders in der Schule, und deshalb habe ich keine abgeschlossene Schulausbildung.
Ich verbrachte meine Jugend mit Drogen und schnitt mir die Arme mit Rasierklingen
auf.
Am Ende lebte ich auf der Straße, spritzte Drogen und ernährte mich
von Abfällen. Ich hatte absolut keinen Lebenswillen
mehr und wartete nur auf eine Überdosis, erschossen zu werden oder auf sonst
etwas Aufregendes. Doch während ich so gefährlich lebte, spürte
ich greifbar wie Krishna mich mehrere Male am Rand des Todes errettete.
Dadurch begann ich wieder zu glauben und begann sogar zu chanten. Bald begann
ich wieder mit dem Lesen der Bücher. An einem Punkt dämmerte es schließlich
bei mir, daß die gemachte Erfahrung nichts zu tun hatte mit Srila Prabhupada
und den Lehren der Bewegung. Ich konnte schließlich akzeptieren, daß
alles, was passiert war, von einzelnen Personen verursacht wurde, die von den
Lehren abgeschweift waren. Das gab mir Enthusiasmus und so schloß ich mich
im Sommer 1995 dem Tempel in Deutschland an. Ich stellte mir vor, daß alles
in der Vergangenheit geschehen war und es wurde zur vergessen Geschichte. Und
war es nicht Vaisnava-Art zu vergeben, besonders denjenigen, die sich an einem
persönlich vergangen haben. So diente ich die nächsten 4 Jahre bei der
deutschen "Travelling Sankirtan Party". (Anm. d. Übersetzerin:
Buchverkauf ohne festen Standort, Leben im Bus über einen längeren Zeitraum.)
Doch traurigerweise schien es immer mehr und mehr, daß die alte Stimmung
von ISKCON noch umherschlich. Und nach einiger Erfahrung mit der Leitung von ISKCON
fühle ich mich zum Sprechen verpflichtet.
Meine ersten Bedenken habe ich gegen einen gewissen Satadhanya.
Diese Person gab vor ein Sannyasi zu sein und wurde bei der Mißhandlung
von Kindern in Mayapur erwischt, damals zur gleichen Zeit wie Bhavananda.
Nun lautet meine Frage: Warum lebt diese Person in Mayapur mit einem Gehalt von
ISKCON? Ich erfuhr auch den Grund.
Offenbar hatte er so gute Beziehungen zu den örtlichen Obrigkeiten und wurde
daher als unentbehrlich angesehen. In der Tat scheint er für die ISKCON so
wertvoll zu sein, daß er sie vor Gericht in der Ritvik-Sache vertritt. [Anm.
d. Üb.: Bei der Ritvik-Sache geht es um Streitpunkte in der Rechtmäßigkeit
der Nachfolge-Gurus.]
Ist das wahr? Tatsächlich scheint er so viel Wohlwollen durch den Tempel
zu genießen, daß er zum Mayapur-Festival für die Devotees Pizza
herstellte. Maha Prasad Ki Jai!
[Anm.d.Üb.: Maha Prasad bedeutet die Speise, die in den Opfergefäßen
zu Krishna geopfert wird. Sie ist noch nicht mit dem übrigen Essen vermischt.
Das Maha-Prasad bekam in der Regel der Guru serviert. "Ki Jai" ist ein
freudiger Ausruf]
[ Also etwa ironisch "Prost Mahlzeit!" - Red.]
Meine Frage lautet nun, was denkt ihr, wie sich ein Mißbrauch-Opfer dabei
fühlt? Denkt zurück an den 12. Dezember 1998, als sich ein ehemaliger
Gurukula - Schüler von der Broadway-Brücke in Portland Oregon stürzte.
Zu der Zeit lebte ich dort im Tempel. Ich hatte keine Chance mit ihm zu sprechen.
Es ist traurig wenn man bedenkt, daß er wahrscheinlich alle Samskaras erhalten
hatte. Und wäre er nicht durch eine so drastisch traumatische Kindheit gegangen,
hätte er sein Geburtsrecht zur Hilfe für diese Welt verwirklichen können.
Das bringt mich zu meiner nächsten Frage. Warum macht der GBC es sich nicht
zu seiner vordringlichsten Aufgabe sich um die Kinder zu kümmern? Sind nicht
die Kinder die Blumen einer Gesellschaft? Und wie alle Blumen benötigen sie
gute Pflege und erstklassige Behandlung. Besonders im Kleinkindalter. Man hat
sich darum zu kümmern wie gute Gärtner, die für Dünger, Wasser
und Licht sorgen. Dinge wie Vergewaltigung, Schläge und Hunger fördern
nicht das Wachstum eines Kindes.
Meiner Meinung nach erkennt eine Person automatisch Kris t, in Deutschland habe es keine Krishna-Schulen gegeben.
- Hat aber jemand nachgeprüft, wieviele deutsche Kinder in die ISKCON-Schulen
in den USA (und anderen Ländern) gingen?
- Hat jemand nachgeprüft, wieviele Deutsche unter den Tätern waren?
- Wer stellt sicher, daß Täter und Opfer sich nicht in Deutschland an einem
kirchlich oder staatlich gesponserten runden Tisch ungewollt begegnen?
- Wer weiß, wieviele deutsche Kinder heute in ISKCON-Schulen in den USA (und
anderen Ländern, auch solche im Osten) gehen?"
Ein deutscher ehemaliger Gurukula-Schüler hat sich jetzt im Internet
zu Worte gemeldet.
Sein offener Brief "Open Letter To The Leaders Of Iskcon. From An Ex-gurukuli"
ist zu finden unter Vaisnava News, 26. September 1999
auf http://www.vnn.org/editorials/ET9909/ET26-4805.html
,
einer Internet-Seite von Krishnaanhängern, die in Opposition zur offiziellen ISKCON
stehen.
Der BERLINER DIALOG dankt Frau Ursula Zöpel, die freundlicherweise die Übersetzung besorgte.
General
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Prabhupadanuga's
Austria
Chant Hare
Krishna and be happy!
All glories to His Divine Grace A.C.Bhaktivedanta Swami Prabhupada!